Home Eichhörnchen-Station, Eva Karrer, Wagenbreche, 8180 Bülach

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Die Aufzucht
Die Aufzucht eines jungen Eichhörnchens in Laienhänden ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Die Jungtiere sind extrem anfällig auf Infektionen, der Zeitaufwand ist enorm, und selbst wenn das "Aufschöppeln" gelingt, fehlt doch den meisten Ersatzeltern die richtige Infrastruktur (grosse Volière, Schopf mit Klettermöglichkeiten), um das Junghörnchen körperlich auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Das Halten eines einheimischen Wildtieres in Gefangenschaft ist nicht nur illegal, es entspräche auch in keiner Weise unserem Verständnis einer artgerechten Überlebenshilfe. Geben Sie ihren Findling in kompetente Hände!

 

Hier doch noch einige Ratschläge - für alle Fälle - zur Haltung eines Eichhörnchens bis zur Auswilderung.

Bald erwacht der grosse Bewegungsdrang der Eichhörnchen. Für die ersten Versuche ist der Mensch wie geschaffen: Aufrecht wie ein Baum, bedeckt mit griffigen Stoffen, mit kleinen Nischen, in die man eintauchen kann, und zudem gut verwendbar als Zwischenstation bei Sprüngen über grössere Distanzen. Bald aber erobern sie das ganze Zimmer, klettern auf die Schränke, verstecken ihre Nüsse und suchen sich eigene Schlafplätze. Vorsicht: Die Fenster müssen abgedeckt werden (Gazevorhang oder Moskitonetz); ein Eichhörnchen könnte sich durch einen Sprung durch die vermeintliche Öffnung tödlich verletzen. Glatte Flächen, Gestelle oder empfindliche Möbel werden mit Tüchern abgedeckt. Viele Zimmerpflanzen sind giftig; man entfernt sie am besten alle, auch den Pflanzen zuliebe, denn so ein Eichkaterchen oder Eichkätzchen kann ungeheure Energien entwickeln und ist an allem brennend interessiert. Ein Baumast mit frischen Knospen (Tanne, Hasel, Buche, Birke) wird mit Begeisterung begrüsst.

Manchmal ist man gezwungen, die kleinen Wildfänge in einer Volière zu halten, auch zu ihrem Schutz. Selbst wenn sie geräumig ist, Klettermöglichkeiten, Verstecke und einen Kobel als Schlafnest enthält, sind sie damit gar nicht glücklich. Man sollte ihnen täglich mehrmals die Möglichkeit zu freiem Herumtoben geben, und man sollte mit ihnen spielen. Es gibt kaum etwas Vergnüglicheres!

In dem Kobel, den man aus Sperrholz leicht selber zimmern kann, werden sie dann auch ausgewildert.